Die Weisheit der Natur #150
Der beste Lehrmeister
Seit 150 HEIMisch-Blogfolgen lesen Sie jeden zweiten Freitagmittag Spannendes, Interessantes, Amüsantes und eine Prise Werbung, immer mit dem Hintergrund «Gesund schlafen. Natürlich wohnen.». Ganz ehrlich, wenn mich jemand vor bald sechs Jahren gefragt hätte, wie lange ich diesen Blog durchhalte, ich weiss nicht, was ich geantwortet hätte. Und mir gehen die Ideen noch lange nicht aus. Ein eindeutiges Zeichen für meine unvergleichliche Kreativität 😉
Nein, Spass beiseite, ich bin in einer vorteilhaften Position! Die Natur schenkt mir endlos viele HEIMisch-Blog-Themen und ist der kompetenteste aller Lehrmeister. Sollten Sie das Gefühl haben, jetzt gerade eine Liebeserklärung gelesen zu haben, dann liegen Sie absolut richtig: Eine Liebeserklärung an die Natur.
Heute habe ich zu Ehren meines grössten Lehrmeisters ein paar Beispiele herausgepickt, die für einmal (fast) nichts mit meinem Sortiment zu haben, dafür umso mehr mit der Weisheit der Natur.
Die Natur im Gleichgewicht
Eines der eindrücklichsten Beispiele ist das Auswildern von 14 Wölfen im Yellowstone Nationalpark in den USA. Dieses Wolfsrudel hat im Park Unvorstellbares geschafft. Selbst die grössten Optimisten hätten nicht erwartet, was nach der Auswilderung geschehen ist. Es gibt mehrere Videos dazu, die sich leicht unterscheiden, die Grundaussage bleibt überall gleich: Die Wölfe haben das natürliche Gleichgewicht wiederhergestellt und dafür gesorgt, dass zahlreiche Insekten, Vögel und Säugetiere zurückgekehrt sind und sich sogar der Flusslauf verändert hat.
Bauen ohne Abfall
Vögel bauen Nester, Biber Dämme, Eichhörnchen ihren Kobel und wir Menschen Sondermüll-Deponien. Das klingt etwas krass, aber kritische Quellen sagen, dass der Anteil tatsächlich recycelter Baustoffe in neuen Gebäuden aktuell bei rund 4 % liegt. Rund 20 bis 30 % werden insgesamt recykliert und der Rest?
Haben Sie schon einmal eine Kobel-Sondermülldeponie gesehen oder einen Lastwagen, der einen gebrauchten Biberdamm in die Kehrichtverbrennung gefahren hat? Die Natur produziert keinen Müll, alles wird wiederverwendet. Das nenne ich weise.
«Das kann man nicht vergleichen! Ich will schliesslich nicht in einem Vogelnest oder einem Kaninchenbau hausen, sondern in einer komfortablen Wohnung!», würden Kritiker entgegenhalten. Ich habe schon mehrfach über die Holz100-Bauweise aus purem, reinem Holz geschrieben (Jubiläum #100 – Mondholz, Lichtkraft des Baumes #66, Hygienisches Holz #139). Diese Häuser können komplett rückgebaut und der Rohstoff Holz wieder verwendet werden. Wir wissen, wie es die Natur macht und könnten es auch.
Kleidung für jede Jahreszeit
Hunde passen ihr Fell den Jahreszeiten an, Vögel mausern regelmässig (sie wechseln ihr Federkleid), Schlangen häuten sich. Was sie zurücklassen, verrottet. Es kehrt in den ewigen Kreislauf der Natur zurück. Bei den Menschen gibt es jedes Jahr neue Modetrends, die Kleider vom letzten Jahr sind «alt» und werden im besten Fall gespendet oder wiederverwertet. Im Online-Kleiderhandel werden gemäss Europäischer Umweltagentur (EEA) 22 — 43 % aller zurückgeschickten Kleidungsstücke zerstört. Richtig gelesen: Neue Ware wird vernichtet. Etwas mehr Weisheit der Natur und etwas weniger Gewinnstreben …
Nachhaltige Möbel
Geht es um Inneneinrichtung kann ich definitiv kein Beispiel aus der Natur heranziehen. Der Osterhase sitzt nur im Bilderbuch auf einem Sofa. Aber auch hier gilt, alles, was für ein gemütliches Nest verwendet wird, kommt aus der Natur. Billigmöbel hingegen überleben oft kaum einen Umzug. Massivholzmöbel, wie zum Beispiel ein Bett oder Tisch aus meinem Sortiment können x‑mal abgeschliffen, neu geölt, repariert und weiter verwendet werden. Sie überdauern Generationen.
Langfristiges Denken
Grosse Konzerne liefern Quartalsabschlüsse, die Natur hingegen rechnet in Jahrzehnten, Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden. Und es gibt sie schon «endlos lange». Wir dürfen uns gerne eine Scheibe ihrer Weisheit abschneiden und sie in unseren Alltag integrieren. Wer offen ist und bereit hinzuschauen, darf unendlich viel profitieren.
Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Nummer 151 – «Tag des Schlafs» wieder dabei zu haben.
Bis bald!
Ihr Bernhard Heim
Schlaf- und Wohnberater und Naturweisheitsfan
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Hey liebe Bernhard
Danke für din tolle Blogbitrag 🙂 Den Film, resp. einen mit selbem Inhalt habe ich vor ein paar Jahren schon mal gesehen. Sehr eindrücklich. Seit wir hier im wilden Jura wohnen, habe ich einen ganz anderen Zugang zum Wolf. Hier ist er präsent, schleicht nachts um die Höfe und holt sich beim Nachbarn auch mal Ziegen. Oder wie vor 3 Jahren 2 Jungkühe, so dass die ganze Herde panisch über alle Bovi-Stopps hinweg ins Dorf rannte. Leider leider hab ich den Wolf als Kind als “Monster” kennengelernt; der Wolf war immer der böse Menschenfresser in allen Geschichten und Filmen. Das hat mich mehr geprägt als ich dachte. Die Angst kriecht mir in den Nacken, wenn ich weiss, dass er grad wieder bei uns ist — erkennbar durch seine eindeutigen Hinterlassenschaften auf den Wegen — und sein Revier abläuft. Also lasse ich die Waldspaziergänge mit meinem kleinen Hund dann für ein paar Tage sein. Oder wenn ich später abends aus dem Auto steige und das Geheul höre vom 300m entfernten Wald, stockt mir das Blut in den Adern… gruselig! Und doch ist es schön zu wissen, dass er wieder Fuss fast auch bei uns. Er ist hier heimisch und soll seinen Platz haben. Der Wolf ist ja nicht der einzige grössere Jäger hier: auch der Luchs und die europäische Wildkatze konnte ich schon beobachten. Soooo wahnsinnig scheu sind die alle nicht mehr.
So, jetzt hab ich meinen Senf auch dazu gegeben.
Wünsche euch ein gute Zeit, herzliche Grüsse
Renate
Liebe Renate
Herzlichen lieben Dank für deinen Ausführlichen Kommentar und die Einblicke in das Leben im schönen Jura.
Ja, ich kann mir vorstellen, dass einem das Schaudern beim Anhören des Wolf-Geheuls überkommt. Ich finde es jedoch grossartig, dass all die Tiere ihr ursprüngliches Territorium zurückerobern.
Liebe Grüsse vom frühlingshaften Sempachersee
Bernhard😊
Ein großes liebes Dankeschön für diesen wertvollen Blogartikel.
Ich glaub auch, das der Mensch oft iunnötiger Weise in die Natur eingreift.
Doch merke ich auch, daß das Bewusstsein der Menschen wächst, und wer weiß, so Gott will , wird sich noch mehr ins heilende ändern.
Mit ganz lieben Grüssen
Theres Philipp
Geschätzte Frau Philipp
Herzlichen Dank für dem wunderbaren Blog-Kommentar.
Ich glaube auch, dass die Natur sich selbst reguliert und in Balance hält. Wir Menschen dürfen noch achtsamer mit der Schöpfung umgehen. Ich bin optimistisch, der Bewusstseinswandel lässt sich nicht aufhalten und wir gehen in eine gute Zukunft.
Liebe Frühlings-Grüsse vom Sempachersee
Bernhard Heim
Danke Bernhard, für diesen tollen Beitrag.
Wölfe helfen u.a. mit, dass sich der Wald wieder regeneriert und wächst, indem sie den Bestand des Rotwild‘s in Schach halten. Für mich eine sehr bemerkenswerte Arbeit dieser Tiere, die mehr gewürdigt werden sollte.
Yolanda
Liebe Yolanda
Deine schönen und wertschätzenden Worte über den Wolf und die wunderbare Schöpfung freuen mich sehr.
Ich bin immer wieder absolut begeistert und demütig von der Genialität und Komplexität der Natur und deren Zusammenhänge.
Liebe Grüsse und auf bald wieder mal
Bernhard
Ich lese Ihre Blog aufmerksam, der Wolf hat es mir besonders angetan, danke für Ihre zahlreichen Motivationen in jeglicher Form.
Lieber Peter
Ich bedanke ich mich bei dir für dem Blog-Kommentar. Und es freut mich, dass ich dich mit meinen Beiträgen motivieren und inspirieren kann.
Liebe Frühlings-Grüsse vom Sempachersee
Bernhard