Knarrendes Bett #155
Endlich ungestört schlafen
Wenn Sie in einem einzigen Bild darstellen müssten, dass jemand insgeheim bei jemand anderem ins Zimmer schaut, welches Bild würden Sie wählen?
Antwort: Ein klassisches Schlüsselloch. Das ist der Inbegriff des geheimen Beobachtens.
In diesem HEIMisch-Blog verweilen wir einen Moment in der Erotik, aber ich verspreche Ihnen, es wird so harmlos, dass sogar ein Teenager gähnen würde.
Ich hoffe, Sie lesen trotzdem weiter und lassen sich überraschen, wo wir am Ende herauskommen werden.
In der Nacht von Silvester 1984 auf Neujahr 1985 stand nach Mitternacht der Erotikfilm «Emanuelle» auf dem Programm des Schweizer Fernsehens. Der Aufruhr war riesig. Tagelang gab es in den Zeitungen landauf, landab fast nur ein Thema: «Der Sittenverfall» in der Schweiz. 48 Nationalräte und die Bischofskonferenz protestierten, es wurde sogar mit einem Gebührenboykott gedroht. Die SRG knickte ein und zog die Ausstrahlung zurück. Aber… Ein Piraten-TV-Sender, die «Züri-Welle», strahlte den Film stattdessen aus. Aus heutiger Sicht wirkt dieser Aufstand fast skurril, aber vor vierzig Jahren tickten die Uhren anders.
Bevor wir uns dem eigentlichen Thema widmen, noch zwei Fragen, die vor allem jene beantworten können, die schon etwas länger den Kinderschuhen entwachsen sind. Erinnern Sie sich, wie in früheren Filmen Bettszenen optisch dargestellt wurden, ohne dass man einen Quadratzentimeter Haut zeigen musste?
Man sah nur einen schemenhaften Schatten des Paars an der Wand.
Und wie unterlegte man die Szene akustisch?
Mit einem knarrenden oder quietschenden Bett.
Es wurde absolut nichts gezeigt, aber man wusste sofort, worum es ging.
So, das war wieder einmal eine Einführung um vier Ecken, aber es macht einfach Spass, in den Erinnerungen zu grübeln. Nun also zum eigentlichen Thema, den nervigen Betten, die bei jeder Bewegung knarren oder quietschen.
Knarrende oder quietschende Betten – 6 häufigste Ursachen
Gibt Ihr Bett bei jeder Bewegung Geräusche von sich, dann empfehle ich, folgendes zu überprüfen:
- Steht das Bett stabil auf vier Füssen?
- Berührt es das Nachbarbett, die Wand oder das Nachttischchen?
- Gibt es lose Verbindungen beim Bettgestell?
- Liegen beim Lattenrost einzelne Latten lose?
- Sind Halterungen der Latten ausgeleiert oder kaputt?
- Knackt es beim Druck auf einzelne Latten?
Profi-Tipps für ungestörten Schlaf
Ebenso methodisch, wie wir die Ursachen für die Bettgeräusche durchgegangen sind, liste ich Ihnen hier die einfachsten und wirksamsten Gegenmittel auf:
- Steht das Bett instabil, können Sie es als Ganzes zum Beispiel auf einen Teppich stellen. Einfacher geht es mit Filzgleitern an den zu kurzen Beinen des Bettgestells. Alternativ tut es auch ein dünner Holzkeil oder zur Not sogar etwas Karton.
- Berührt ihr Bett irgendwo etwas, dann sorgt man entweder für den nötigen Abstand oder arbeitet wieder mit Filzgleitern. Sobald das Bettgestell sich nur noch am Filz reibt, hört man nichts mehr.
- Lose Verbindungen sind häufig die Übeltäter – und einfach zu beseitigen. Entfernen Sie die Matratze und den Lattenrost und überprüfen Sie alle Verbindungen beim Bettgestell. Wenn nötig ziehen sie diese nach. Knarrt es immer noch, klemmen Sie ein Stück Filz in der Verbindung ein, damit nicht mehr Holz auf Holz liegt. Allenfalls reicht auch etwas Wachs oder Seife.
- Bei quietschenden Metallbetten kann ein Tropfen Öl oder etwas Wachs Wunder wirken. Manchmal braucht es eine zusätzliche Unterlagscheibe, um eine Verbindung satt anziehen zu können.
- Womöglich reibt sich der Lattenrost auf dem Bettgestell. Legen Sie Filzgleiter dazwischen, und die Sache ist erledigt.
- Lose Latten beim Lattenrost sollten Sie wieder in die richtige Position bringen und ersetzen, wenn sie angeknackst sind.
- Manchmal ist bloss ein Gummihalter beim Lattenrost defekt. Wenn möglich tauschen Sie ihn aus. Andernfalls behelfen Sie sich zum Beispiel mit untergelegten Radiergummis. Es geht bloss darum, zu vermeiden, dass Latten auf dem Rost aufliegen und sich reiben.
Prüfen Sie auf jeden Fall Lattenrost und Bettgestell separat, um der Ursache auf die Spur zu kommen.
Aus Erfahrung weiss ich, dass knarrende und quietschende Betten zu 90 % von lockeren Verbindungen, Reibungen von Material oder Problemen mit dem Lattenrost stammen.
Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Nummer 156 – «Rhythmisches Schlafen» – wieder dabei zu haben.
Bis bald!
Ihr Bernhard Heim
Schlaf- und Wohnberater und Entknarrer / Entquietscher
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