Endlich ungestört schlafen

 

Wenn Sie in einem einzi­gen Bild darstellen müssten, dass jemand ins­ge­heim bei jemand anderem ins Zim­mer schaut, welch­es Bild wür­den Sie wählen?

Antwort: Ein klas­sis­ches Schlüs­sel­loch. Das ist der Inbe­griff des geheimen Beobachtens.

In diesem HEIMisch-Blog ver­weilen wir einen Moment in der Erotik, aber ich ver­spreche Ihnen, es wird so harm­los, dass sog­ar ein Teenag­er gäh­nen würde.

Ich hoffe, Sie lesen trotz­dem weit­er und lassen sich über­raschen, wo wir am Ende her­auskom­men werden.

In der Nacht von Sil­vester 1984 auf Neu­jahr 1985 stand nach Mit­ter­nacht der Erotik­film «Emanuelle» auf dem Pro­gramm des Schweiz­er Fernse­hens. Der Aufruhr war riesig. Tage­lang gab es in den Zeitun­gen lan­dauf, landab fast nur ein The­ma: «Der Sit­ten­ver­fall» in der Schweiz. 48 Nation­al­räte und die Bischof­skon­ferenz protestierten, es wurde sog­ar mit einem Gebühren­boykott gedro­ht. Die SRG knick­te ein und zog die Ausstrahlung zurück. Aber… Ein Pirat­en-TV-Sender, die «Züri-Welle», strahlte den Film stattdessen aus. Aus heutiger Sicht wirkt dieser Auf­s­tand fast skur­ril, aber vor vierzig Jahren tick­ten die Uhren anders.

Bevor wir uns dem eigentlichen The­ma wid­men, noch zwei Fra­gen, die vor allem jene beant­worten kön­nen, die schon etwas länger den Kinder­schuhen entwach­sen sind. Erin­nern Sie sich, wie in früheren Fil­men Bettszenen optisch dargestellt wur­den, ohne dass man einen Quadratzen­time­ter Haut zeigen musste?

Man sah nur einen schemen­haften Schat­ten des Paars an der Wand.

Und wie unter­legte man die Szene akustisch?

Mit einem knar­ren­den oder qui­etschen­den Bett.

Es wurde abso­lut nichts gezeigt, aber man wusste sofort, worum es ging.

So, das war wieder ein­mal eine Ein­führung um vier Eck­en, aber es macht ein­fach Spass, in den Erin­nerun­gen zu grü­beln. Nun also zum eigentlichen The­ma, den nervi­gen Bet­ten, die bei jed­er Bewe­gung knar­ren oder quietschen.

 

Knarrende oder quietschende Betten – 6 häufigste Ursachen

Gibt Ihr Bett bei jed­er Bewe­gung Geräusche von sich, dann empfehle ich, fol­gen­des zu überprüfen:

  1. Ste­ht das Bett sta­bil auf vier Füssen?
  2. Berührt es das Nach­bar­bett, die Wand oder das Nachttischchen?
  3. Gibt es lose Verbindun­gen beim Bettgestell?
  4. Liegen beim Lat­ten­rost einzelne Lat­ten lose?
  5. Sind Hal­terun­gen der Lat­ten aus­geleiert oder kaputt?
  6. Knackt es beim Druck auf einzelne Latten?

 

Profi-Tipps für ungestörten Schlaf

Eben­so method­isch, wie wir die Ursachen für die Bettgeräusche durchge­gan­gen sind, liste ich Ihnen hier die ein­fach­sten und wirk­sam­sten Gegen­mit­tel auf:

  1. Ste­ht das Bett insta­bil, kön­nen Sie es als Ganzes zum Beispiel auf einen Tep­pich stellen. Ein­fach­er geht es mit Filz­gleit­ern an den zu kurzen Beinen des Bettgestells. Alter­na­tiv tut es auch ein dün­ner Holzkeil oder zur Not sog­ar etwas Karton.
  2. Berührt ihr Bett irgend­wo etwas, dann sorgt man entwed­er für den nöti­gen Abstand oder arbeit­et wieder mit Filz­gleit­ern. Sobald das Bettgestell sich nur noch am Filz reibt, hört man nichts mehr.
  3. Lose Verbindun­gen sind häu­fig die Übeltäter – und ein­fach zu beseit­i­gen. Ent­fer­nen Sie die Matratze und den Lat­ten­rost und über­prüfen Sie alle Verbindun­gen beim Bettgestell. Wenn nötig ziehen sie diese nach. Knar­rt es immer noch, klem­men Sie ein Stück Filz in der Verbindung ein, damit nicht mehr Holz auf Holz liegt. Allen­falls reicht auch etwas Wachs oder Seife.
  4. Bei qui­etschen­den Met­all­bet­ten kann ein Tropfen Öl oder etwas Wachs Wun­der wirken. Manch­mal braucht es eine zusät­zliche Unter­lagscheibe, um eine Verbindung satt anziehen zu können.
  5. Wom­öglich reibt sich der Lat­ten­rost auf dem Bettgestell. Leg­en Sie Filz­gleit­er dazwis­chen, und die Sache ist erledigt.
  6. Lose Lat­ten beim Lat­ten­rost soll­ten Sie wieder in die richtige Posi­tion brin­gen und erset­zen, wenn sie angek­nackst sind.
  7. Manch­mal ist bloss ein Gum­mi­hal­ter beim Lat­ten­rost defekt. Wenn möglich tauschen Sie ihn aus. Andern­falls behelfen Sie sich zum Beispiel mit untergelegten Radier­gum­mis. Es geht bloss darum, zu ver­mei­den, dass Lat­ten auf dem Rost aufliegen und sich reiben.

Prüfen Sie auf jeden Fall Lat­ten­rost und Bettgestell sep­a­rat, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Aus Erfahrung weiss ich, dass knar­rende und qui­etschende Bet­ten zu 90 % von lock­eren Verbindun­gen, Rei­bun­gen von Mate­r­i­al oder Prob­le­men mit dem Lat­ten­rost stammen.

 

Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Num­mer 156 – «Rhyth­mis­ches Schlafen» – wieder dabei zu haben.

 

Bis bald!

 

Ihr Bern­hard Heim

Schlaf- und Wohn­ber­ater und Entk­nar­rer / Entquietscher

 

 

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