Vielseitige Baumwolle_1 #160
Vom Meerschweinchen zur Baumwolle
Herzlich willkommen im Kuriositäten-Kabinett der Sprache! Ich verspreche Ihnen, es wird herrlich erfrischend – zumindest geistig. Keine lange Vorrede, direkt zum Thema:
- Wieso heisst das Meerschweinchen Meerschweinchen?
- Warum nennt man die Kartoffel so?
- Woher hat der Truthahn seinen Namen?
Das Meerschweinchen lebt weder im Meer, noch ist es ein Schwein. Wir können bloss mutmassen, woher sein Name stammt: Ursprünglich war dieser kleine Nager in den südamerikanischen Anden zu Hause und kam Mitte des 16. Jahrhunderts «übers Meer» nach Spanien. Das «Schweinchen» rührt von den quiekenden Lauten, die es von sich gibt, und der gedrungenen Form. Im Englischen heisst es übrigens «guinea pig» – Schwein aus Guinea. Guinea liegt in Westafrika … (Engländer und Geografie?!)
Bei der Kartoffel gibt‘s Wissen zum Angeben an der Sommernachtsparty 😊
Die Bezeichnung Kartoffel stammt ursprünglich aus dem Italienischen. Die Knolle kam ebenfalls im 16. Jahrhundert von Südamerika nach Europa. In Italien wurde sie zunächst «tartufo» oder «tartufolo» genannt. Das bedeutet «Trüffel», weil Kartoffeln unter der Erde wachsen und entfernt an Trüffel erinnern. Dieses Wort gelangte ins Deutsche und entwickelte sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte zum heute gebräuchlichen Kartoffel. Die Franzosen sagen dazu «pomme de terre», wörtlich Apfel der Erde oder Erdapfel – in Anlehnung an die rundliche Form. Und wie sagen wir in vielen Mundarten? Härdöpfu (Härd = Erde, öpfu = Apfel). Dazu gäbe es noch einiges mehr, aber ich muss abkürzen, sonst werde ich heute nicht fertig.
Mit dem Truthahn wird’s richtig wild: Er stammt aus Nordamerika, aber … In England glaubte man fälschlicherweise, dass er aus der Türkei kommt und nannte ihn «Turkey». Das Französische «dinde» kommt von d’Inde (aus Indien). In der Türkei selbst heisst der Vogel «hindi» (ebenfalls ein Hinweis auf Indien) und in Portugal nennt man ihn «Peru». Das Deutsche Trut-Hahn ist lautmalerisch, sprich, «trut-trut» erinnert an seinen Ruf.
So viel zu Tieren und Knollen. Bleibt noch die eigentliche Hauptdarstellerin dieses Blogs: die Baumwolle.
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Aber wie ist die Baumwolle zu ihrem Namen gekommen?
Der griechische Geschichtsschreiber Herodot schrieb bereits im 5. Jahrhundert v. Chr., dass in Indien Bäume wüchsen, die Wolle trügen. Spätere römische Autoren übernahmen dieses Bild und schrieben von lana arborum – «Wolle der Bäume». Im Deutschen entstand daraus nicht direkt, aber aus derselben Vorstellung, das Wort «Baumwolle». Auch zu ihr und dass sie seit mehreren Tausend Jahren angebaut und genutzt wird, gäbe es faszinierende Geschichten zu erzählen.
Baumwolle wärmt. Und kühlt.
Das Faszinierende an Baumwolle ist: Sie kann – je nach Verarbeitung – angenehm kühl oder wohlig warm wirken. Verwendet wird sie in Kleidung und sehr häufig auch bei Bettwäsche. Schauen wir uns die verschiedenen Macharten genauer an:
- Seersucker – kühlt
Seersucker ist ein leichter, atmungsaktiver Baumwollstoff mit gekräuselter oder gewellter Oberfläche. Dadurch liegt der Stoff nur teilweise auf der Haut, und die Luft kann besser zirkulieren. Seersucker ist besonders beliebt bei Hitze.
- Perkal – kühlt
Perkal ist feine, dicht gesponnene Baumwolle mit hoher Fadenzahl. Sie ist glatt, matt, frisch und wirkt leicht kühl. Ideal geeignet ist Perkal für den Sommer und Menschen, die stark schwitzen.
- Satin (Baumwollsatin) – kühlt eher
Baumwollsatin hat einen dezent seidigen Glanz, ist sehr glatt und fühlt sich auf der Haut eher kühl an. Dieser Stoff ist besonders beliebt für Bettwäsche, die sich weich anfühlen soll, ohne die Pflegeeigenschaften von Baumwolle zu verlieren.
- Flanell – wärmt
Flanell-Hemden oder ‑Bettwäsche haben eine weiche, flauschige Oberfläche. Der Stoff wirkt auf der Haut angenehm warm, weil die flauschige Oberfläche kleine Luftpolster einschliesst und eine gute Wärmeisolierung bietet.
- Jersey – wärmt oder kühlt
Das elastische Baumwoll-Jersey ist weich und anschmiegsam und je dicker, desto wärmer. Im Unterschied zu den anderen Macharten ist Jersey gestrickt oder gewirkt, nicht gewebt.
Baumwolle ist nicht gleich Baumwolle
Für Ihren guten Schlaf spielt es eine grosse Rolle, welche Baumwolle Sie für Ihre Bettwäsche auswählen! Gerne berate ich Sie vor Ort oder auch telefonisch und per E‑Mail.
Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Nummer 161 – «Nasenatmung» – wieder dabei zu haben.
Bis bald!
Ihr Bernhard Heim
Schlaf- und Wohnberater und Baumwollträgertshirtträger
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