Vom Meerschweinchen zur Baumwolle

 

Her­zlich willkom­men im Kuriositäten-Kabi­nett der Sprache! Ich ver­spreche Ihnen, es wird her­rlich erfrischend – zumin­d­est geistig. Keine lange Vorrede, direkt zum Thema:

  • Wieso heisst das Meer­schweinchen Meerschweinchen?
  • Warum nen­nt man die Kartof­fel so?
  • Woher hat der Truthahn seinen Namen?

Das Meer­schweinchen lebt wed­er im Meer, noch ist es ein Schwein. Wir kön­nen bloss mut­massen, woher sein Name stammt: Ursprünglich war dieser kleine Nag­er in den südamerikanis­chen Anden zu Hause und kam Mitte des 16. Jahrhun­derts «übers Meer» nach Spanien. Das «Schweinchen» rührt von den quiek­enden Laut­en, die es von sich gibt, und der gedrun­genen Form. Im Englis­chen heisst es übri­gens «guinea pig» – Schwein aus Guinea. Guinea liegt in West­afri­ka … (Englän­der und Geografie?!)

Bei der Kartof­fel gibt‘s Wis­sen zum Angeben an der Sommernachtsparty 😊
Die Beze­ich­nung Kartof­fel stammt ursprünglich aus dem Ital­ienis­chen. Die Knolle kam eben­falls im 16. Jahrhun­dert von Südameri­ka nach Europa. In Ital­ien wurde sie zunächst «tartu­fo» oder «tartu­fo­lo» genan­nt. Das bedeutet «Trüf­fel», weil Kartof­feln unter der Erde wach­sen und ent­fer­nt an Trüf­fel erin­nern. Dieses Wort gelangte ins Deutsche und entwick­elte sich über Jahrzehnte und Jahrhun­derte zum heute gebräuch­lichen Kartof­fel. Die Fran­zosen sagen dazu «pomme de terre», wörtlich Apfel der Erde oder Erdapfel – in Anlehnung an die rundliche Form. Und wie sagen wir in vie­len Mundarten? Härdöp­fu (Härd = Erde, öpfu = Apfel). Dazu gäbe es noch einiges mehr, aber ich muss abkürzen, son­st werde ich heute nicht fertig.

Mit dem Truthahn wird’s richtig wild: Er stammt aus Nor­dameri­ka, aber … In Eng­land glaubte man fälschlicher­weise, dass er aus der Türkei kommt und nan­nte ihn «Turkey». Das Franzö­sis­che «dinde» kommt von d’Inde (aus Indi­en). In der Türkei selb­st heisst der Vogel «hin­di» (eben­falls ein Hin­weis auf Indi­en) und in Por­tu­gal nen­nt man ihn «Peru». Das Deutsche Trut-Hahn ist laut­ma­lerisch, sprich, «trut-trut» erin­nert an seinen Ruf.

So viel zu Tieren und Knollen. Bleibt noch die eigentliche Haupt­darstel­lerin dieses Blogs: die Baumwolle.

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Aber wie ist die Baum­wolle zu ihrem Namen gekommen?

Der griechis­che Geschichtss­chreiber Herodot schrieb bere­its im 5. Jahrhun­dert v. Chr., dass in Indi­en Bäume wüch­sen, die Wolle trü­gen. Spätere römis­che Autoren über­nah­men dieses Bild und schrieben von lana arbo­rum – «Wolle der Bäume». Im Deutschen ent­stand daraus nicht direkt, aber aus der­sel­ben Vorstel­lung, das Wort «Baum­wolle». Auch zu ihr und dass sie seit mehreren Tausend Jahren ange­baut und genutzt wird, gäbe es faszinierende Geschicht­en zu erzählen.

 

Baum­wolle wärmt. Und kühlt.

Das Faszinierende an Baum­wolle ist: Sie kann – je nach Ver­ar­beitung – angenehm kühl oder wohlig warm wirken. Ver­wen­det wird sie in Klei­dung und sehr häu­fig auch bei Bet­twäsche. Schauen wir uns die ver­schiede­nen Macharten genauer an:

  • Seer­suck­er – kühlt

Seer­suck­er ist ein leichter, atmungsak­tiv­er Baum­woll­stoff mit gekräusel­ter oder gewell­ter Ober­fläche. Dadurch liegt der Stoff nur teil­weise auf der Haut, und die Luft kann bess­er zirkulieren. Seer­suck­er ist beson­ders beliebt bei Hitze.

  • Perkal – kühlt 

Perkal ist feine, dicht gesponnene Baum­wolle mit hoher Faden­zahl. Sie ist glatt, matt, frisch und wirkt leicht kühl. Ide­al geeignet ist Perkal für den Som­mer und Men­schen, die stark schwitzen.

  • Satin (Baum­woll­satin) – kühlt eher

Baum­woll­satin hat einen dezent sei­di­gen Glanz, ist sehr glatt und fühlt sich auf der Haut eher kühl an. Dieser Stoff ist beson­ders beliebt für Bet­twäsche, die sich weich anfühlen soll, ohne die Pflegeeigen­schaften von Baum­wolle zu verlieren.

  • Flanell – wärmt 

Flanell-Hem­den oder ‑Bet­twäsche haben eine weiche, flauschige Ober­fläche. Der Stoff wirkt auf der Haut angenehm warm, weil die flauschige Ober­fläche kleine Luft­pol­ster ein­schliesst und eine gute Wärmeisolierung bietet.

  • Jer­sey – wärmt oder kühlt

Das elastis­che Baum­woll-Jer­sey ist weich und anschmiegsam und je dick­er, desto wärmer. Im Unter­schied zu den anderen Macharten ist Jer­sey gestrickt oder gewirkt, nicht gewebt.

 

Baum­wolle ist nicht gle­ich Baumwolle

Für Ihren guten Schlaf spielt es eine grosse Rolle, welche Baum­wolle Sie für Ihre Bet­twäsche auswählen! Gerne berate ich Sie vor Ort oder auch tele­fonisch und per E‑Mail.

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Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Num­mer 161 – «Nase­n­at­mung» – wieder dabei zu haben.

 

Bis bald!

 

Ihr Bern­hard Heim

Schlaf- und Wohn­ber­ater und Baumwollträgertshirtträger

 

 

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