Kopf hoch oder Füsse hoch?

 

Klein-Peter, liebevoll auch Peter­li genan­nt – in Mundart beze­ich­net dies die Peter­silie, deren Name vom griechis­chen pet­roséli­non stammt und über­set­zt «Felsensel­lerie» bedeutet, weil die Pflanze ursprünglich an fel­si­gen Hän­gen im Mit­telmeer­raum wuchs – bleibt staunend bei der Baustelle ste­hen und beobachtet, wie der Bag­ger mit sein­er mächti­gen Schaufel einen Haufen Kies auflädt. Langsam gleit­et die Schaufel in die Höhe, um sich näch­stens über dem wartenden Last­wa­gen auszuleeren. Lei­der ist jet­zt genau 9 Uhr vor­mit­tags und der Bag­ger­führer macht Pause. Er schal­tet den Motor aus, und die Schaufel bleibt hoch oben. Hun­dert Meter weit­er muss Mama wieder mit ihm ste­hen bleiben. Er will zuschauen, wie ein älter­er Herr den Veloschlauch auf­pumpt. Nach ein­er gefühlten Ewigkeit kom­men sie beim Einkauf­s­cen­ter an und betreten es durch ein Drehkreuz.

Sie denken sich­er, was diese Ein­leitung mit gesund schlafen und natür­lich wohnen zu tun hat?

«Nume ned gsch­prängt», würde die gemütliche Berner­in von nebe­nan sagen.

Die drei Beispiele haben eine Sache gemein­sam: Etwas darf sich bewe­gen – aber nur in eine Rich­tung. Die Bag­ger­schaufel bleibt oben, weil ein Ven­til ver­hin­dert, dass das unter Druck ste­hende Öl zurück­fliesst. Das Ven­til hält die Luft im Veloschlauch zurück, und das Drehkreuz sorgt dafür, dass die Besuch­er das Geschäft an dieser Stelle nur betreten aber nicht ver­lassen können.

Das waren nur drei von unzäh­li­gen Anwen­dungs­fällen, die alle auf etwas beruhen, das wir Men­schen, wie die aller­meis­ten Säugetiere und Vögel, von Natur aus einge­baut haben: Venen­klap­pen. Stellen Sie sich vor, was bei ein­er Giraffe geschehen würde, wenn sie das nicht hätte! Sie hätte Beine wie Baum­stämme und keine Chance, das Blut bis zum Herzen hochzupumpen, weil es sofort wieder in die Beine zurück­fliessen würde. Genau dies ver­hin­dern die Venenklappen.

Bei Men­schen mit venös­er Insuf­fizienz (beein­trächtigter Venen­rück­fluss) funk­tion­ieren die Venen­klap­pen nicht mehr richtig. Sie lei­den unter schw­eren, müden Beinen, abendlichen Schwellun­gen, Span­nungs­ge­fühl, Kramp­fadern und anderem mehr. Ihnen wird emp­fohlen, die Beine hoch zu lagern, um den Blutrück­fluss zu erleichtern.

Das war bish­er alles logisch nachvol­lziehbar, oder?

Und nun kommt die Krux (ste­ht im Deutschen seit dem 18. Jahrhun­dert für den schwieri­gen Kern ein­er Sache): Der Heim emp­fiehlt Schrägschlafen mit erhöhtem Oberkörper.

Aber dann fliesst doch alles Blut in die Beine?

Stimmt. Aber die Sache ist etwas kom­pliziert­er – und sehr spannend.

Ich habe mich mit dem Schlaf­ex­perten und SAM­I­NA-Grün­der Prof. Dr. med. h.c. Gün­ther W. Amann-Jenn­son aus­ge­tauscht, und er hat mir erk­lärt, dass Beine hochlagern und Schrägschlafen kein Wider­spruch sind: Bei schlechtem Venen­rück­fluss oder venös­er Insuf­fizienz emp­fiehlt man, die Beine  hoch zu lagern, etwa 20 — 30 cm über Herzhöhe, um den Druck in den Bein­ve­nen zu ver­ringern, den venösen Rück­strom zum Herzen kurzfristig zu erle­ichtern, und Schwellun­gen / Ödeme zu reduzieren. Das ist eine pas­sive Ent­las­tung – sie hil­ft akut, wenn der venöse Rück­fluss geschwächt ist, verbessert aber langfristig die Funk­tion der Venen­klap­pen nicht.

Funktion der Venenklappen

Venenrückfluss_HEIMisch-#148_Bild-Funktion-Venenklappen_offen
Venen­klappe offen
Venenrückfluss_HEIMisch-#148_Bild-Funktion-Venenklappen_geschlossen
Venen­klap­pen geschlossen

Jet­zt wird’s richtig span­nend: Wenn man leicht schräg liegt – Kopf ein biss­chen höher als die Füsse, so etwa 10 bis 15 cm – passiert mehr, als man denkt. Der ganze Flüs­sigkeit­strans­port im Kör­p­er wird san­ft in Bewe­gung gebracht. Durch den leicht­en Höhe­nun­ter­schied fliesst Flüs­sigkeit kon­tinuier­lich vom Kopf zum Fussende. Para­dox­er­weise hil­ft genau dies den Venen, das Blut bess­er zurück zum Herzen zu brin­gen. Es entste­hen kleine Druck­un­ter­schiede im Kör­p­er, die dem Kreis­lauf auf ganz natür­liche Weise einen san­ften Schub­ser geben. Genial, nicht?

Wenn Sie mehr zum Schrägschlafen wis­sen möcht­en, find­en Sie in den Blog­beiträ­gen Schräg schlafen #20, Schlafap­noe #23, Reflux / Sod­bren­nen #74 viel Wissenswertes.

Zusam­men­fassend lässt sich sagen: Beine hochlagern sorgt für eine kurzfristige Druck­ent­las­tung, Schrägschlafen für eine langfristige Zirku­la­tions­förderung. Bei­de Ansätze lassen sich ein­fach kom­binieren. Anwen­der (und kleinere Beobach­tungsstu­di­en) bericht­en über eine stärkere Venen­klap­pen­funk­tion und damit weniger Beschw­er­den schon nach eini­gen Wochen. Faz­it: Weniger Prob­leme, besser­er Schlaf.

Eine ein­fache und ver­gle­ich­sweise kostengün­stige Möglichkeit für das Schrägschlafen sind meine Bet­tkeile aus Schweiz­er Tan­nen­holz, die sich ein­fach in jedes Bettsys­tem inte­gri­eren lassen.

Nur noch bis morgen:

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Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen beim The­ma «Schlafen im Wald» wieder dabei zu haben.

 

 

Bis bald!

 

Ihr Bern­hard Heim

Schlaf- und Wohn­ber­ater und Zirkulationsförderer

 

 

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