Tag des Schlafs #151
Schlafen weltweit
Haben Sie schon vom Tag der Jogginghose gehört? Es gibt ihn tatsächlich! Er wird alljährlich am 21. Januar begangen. Liebhaber der italienischen Küche freuen sich auf den 9. Februar, den Tag der Pizza. Nach diesen eher lustigen Beispielen folgt am 21. März mit dem Internationalen Tag des Waldes ein ernsterer Vertreter. Am 9. Mai wird in den USA der Nationale Tag der verlorenen Socken gefeiert – wahrscheinlich mit sehr viel Augenzwinkern 😉
Der 13. Juli ist der Tag der Pommes frites, während am 10. August der Tag des Faulenzens folgt. Glauben Sie mir, es gäbe noch hunderte weitere Vertreter, von denen viele nicht allzu ernst gemeint sind, wie zum Beispiel der Tag des Hundekuchens oder der Wassermelonen-Tag.
Wissen Sie, welcher Tag heute am 13. März begangen wird?
Der Tag des Schlafs.
Ich nehme dies zum Anlass, um einen Blick über den Gartenzaun zu werfen, wie in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten geschlafen wird. Es wird unterhaltsam, garantiert!
In Mitteleuropa sprechen wir von der so genannten Acht-Stunden-Kultur (Monophasen-Schlaf), was bedeutet, dass man nachts rund acht Stunden schläft. Ein Nickerchen tagsüber wird als Zeichen der Schwäche oder gar Faulheit gedeutet und ist höchstens bei Babys und alten Menschen akzeptiert.
Es gibt jedoch auch Nickerchen-Kulturen (lesen Sie dazu den Beitrag Powernap #33) auf der Welt (Mehrphasen-Schlaf). Gönnt sich dort jemand unter Tags ein Nickerchen, wird dies als Leistungsnachweis gewertet. Jemand so viel gearbeitet hat, dass ihm ein Nickerchen zusteht.
Von Ferienreisen her kennen Herr und Frau Schweizer die Siesta-Kulturen (Zweiphasen-Schlaf). Zum Beispiel in Südeuropa schliessen viele Geschäfte am Nachmittag, man legt sich in der heissesten Tageszeit für ein Schläfchen hin.
Das war bloss das Vorgeplänkel, jetzt wird’s richtig interessant.
Schlafen in Japan
«Inemuri» ist japanisch und heisst «anwesend sein und schlafen». In Japan ist ein Nickerchen in der Öffentlichkeit gesellschaftlich anerkannt, es gilt als Zeichen von Erschöpfung durch Fleiss. Die Menschen im Land der aufgehenden Sonne nutzen jede Gelegenheit für einen kurzen Schlaf, sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitspausen und sogar während Sitzungen. Richtig gelesen, auch während Sitzungen! Inemuri ist ein sehr leichter Schlaf, damit man noch einen Teil der Umgebung mitbekommt, so zum Beispiel die richtige Haltestelle, um auszusteigen.
Beim Inemuri gibt es jedoch Regeln zu befolgen. Schüler dürfen während des Unterrichts nur in korrekter Haltung schlafen, das heisst, ein kleines Handtuch wird sorgfältig gefaltet und auf das Pult gelegt, bevor man den Kopf darauf bettet. Für Frauen gilt, dass sie bei einem Nickerchen in der Öffentlichkeit den Mund und die Beine geschlossen halten müssen.
Der so genannte «Dachsschlaf» ist eine besondere Art des Inemuri. Ein Vorgesetzter täuscht an einem Meeting vor, zu schlafen. Auf diese Weise sollen die Mitarbeitenden ermutigt werden, ihre Standpunkte, Meinungen oder Präsentationen angstfrei vorzutragen.
Schlafen in China
In China existiert ein von der Verfassung geschütztes Recht auf den Mittagsschlaf, den Xiu-xi. Für den Nachtschlaf legt man sich in vor allem in Nordchina traditionellerweise auf den Kang, einen grossen Quader im Raum, durch den Rohre hindurchführen, die von der Feuerstelle (Heizung) her kommen und ihn aufwärmen. Tagsüber wird diese Fläche auch zum Arbeiten oder Essen genutzt. Das Heiz- und Wärmespeicherprinzip ähnelt den bei uns bekannten Kachelöfen. Am wärmsten Ort liegt der älteste Mann des Hauses mit seiner Ehefrau, danach folgen die anderen Familienmitglieder entsprechend der Generationenfolge.
Fakten zum Schlafen weltweit
Zum Schluss noch einige interessante Fakten, die Sie bei der nächsten fröhlichen Runde vorbringen können. Viel Spass!
- Japaner schlafen im Durchschnitt 6 h 22 min, während sich Schweizer mit 7 h 6 min über 40 min mehr gönnen.
- 8 % der Amerikaner erlauben einem Haustier, im oder auf demselben Bett zu schlafen.
- Ein Drittel aller Schweizerinnen und Schweizer fühlt sich nachts von lauten Nachbarn gestört.
- Die Inuit (Eskimos) bestimmen die Kälte der Nacht auf Grund der Anzahl Hunde, die sie brauchen, um warm schlafen zu können 😊
(Quelle: betten.de)
Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Nummer 152 – «Rhonchopathie» wieder dabei zu haben.
Bis bald!
Ihr Bernhard Heim
Schlaf- und Wohnberater und Nickerchen-Zelebrateur
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