Schnarchen/Rhonchopathie #152
Klang und Bedeutung
Bouba oder Kiki?
Spitz oder rund?
Ordnen Sie beiden Namen auf der ersten Zeile einem Adjektiv auf der zweiten zu.
Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie Namen laut aus.
Ich wette, dass 100 Prozent der HEIMisch-Blog-Leserinnen und ‑Leser exakt gleich zuordnen.
Bouba = rund, Kiki = spitz.
Interessant ist, dass die Menschen fast überall auf der Welt gleich zuordnen. Man nennt dies den Bouba/Kiki-Effekt, ein spannendes Phänomen aus der Wahrnehmungspsychologie. Menschen neigen dazu, bestimmte Laute mit bestimmten Formen zu verbinden, obwohl es dafür keinen logischen Grund gibt. Ein weiteres Beispiel dafür: Welches der beiden folgenden Wörter passt zu gross, weich und schwer?
Maluma.
Takete.
Die allermeisten antworten mit Maluma.
Es gibt ein paar Erklärungsansätze, wieso das so ist. Einer der wichtigsten ist die Klangsymbolik. Durch Vokale wie ou und die weichen Bs klingt Bouba rund und weich. Die hart klingenden Ks kombiniert mit den kurzen Is lassen uns etwas Spitzes und Hartes assoziieren. Man geht davon aus, dass unser Gehirn intuitiv gewisse Klänge mit entsprechenden Bedeutungen koppelt. Firmen nutzen diese Effekte bei Markennamen.
Palmolive und Pril sind zwei Handabwaschmittel. Welcher Markenname klingt eher weich und welcher eher hart?
Ich weiss, diese Frage war fast zu einfach. Und jetzt nehmen wir die Werbesprüche dazu:
Palmolive: «Zärtlich zu Ihren Händen, gründlich mit Ihrem Geschirr», «Pflegt die Hände schon beim Spülen»
Pril: «Pril spült reinigt trocknet glanzklar», «Willst du viel, spül’ mit Pril!»
Innerlich muss ich schmunzeln, wenn ich mir vorstelle, wie Sie sich am Kopf kratzen und fragen, wohin ich Sie mit dieser Einleitung führen will. Und was Handabwaschmittel mit «Gesund schlafen. Natürlich wohnen» zu tun haben.
Ganz einfach: Sprechen Sie das Wort «Rhonchopathie» laut aus!
Verbinden Sie es mit etwas Angenehmem oder Unangenehmem? Ich glaube, wir sind uns einig, es ist kein Sympathieträger. «Rhonch- am Anfang kratzt förmlich im Hals, es klingt rau und kehlig. Muss ich dazu ein passendes Verb liefern, komme ich als erstes auf röcheln.
Wissen Sie, was Rhonchopathie bedeutet?
Schnarchen oder präziser Schnarch-Leiden, weil «-pathie» in der Medizin für Krankheit, Leiden oder Störung steht.
Das war ein hartes Stück Arbeit, Sie zum eigentlichen Thema hinzuführen, dem Schnarchen und was man dagegen tun kann.
Wie entsteht Schnarchen?
Stellen Sie sich eine Fahne im Wind vor. Sie flattert, und wenn der Wind stark genug bläst, knattert sie. Ähnlich entsteht das Schnarchen. Im Schlaf entspannen sich die Muskeln im Rachenraum (Zunge, Gaumensegel, Zäpfchen, Rachenwände), der Luftweg wird enger. Wenn jetzt Luft hindurchströmt, beginnt das lockere Gewebe zu flattern oder vibrieren, was das typische Schnarchgeräusch erzeugt. Je enger oder weicher der Atemweg, desto stärker die Vibration, sprich, das Schnarchen.
5 typische Ursachen für Schnarchen
- In der Rückenlage fällt die Zunge nach hinten und verengt den Luftweg.
- Übergewicht sorgt für mehr Gewebe im Hals und damit ebenfalls für eine Verengung.
- Alkohol entspannt die Muskeln zusätzlich.
- Eine verstopfte Nase sorgt dafür, dass mehr Luft durch den Rachen strömt und das Gewebe zum Vibrieren bringt.
- Anatomische Faktoren wie ein enges Kieferprofil begünstigen Schnarchen.
Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf die einfachsten Gegenmittel.
5 Tipps gegen das Schnarchen
- Schlafen Sie in Seiten- statt Rückenlage, das hilft sehr oft.
- Reduzieren Sie Gewicht und damit auch Gewebe im Rachenraum.
- Trinken Sie drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol mehr.
- Sorgen Sie mit (natürlichen) Nasensprays, Nasenpflastern oder Dampfbädern für eine offene Nase.
- Legen Sie sich einen Bettkeil zu, er vermindert das Zurückfallen der Zunge, das weiche Gewebe wird weniger stark eingesogen und die Nase ist oft freier.
Und übrigens, sollten Sie mit Diäten noch keinen Erfolg gehabt haben, hier ein Gratis-Tipp: Wenn Sie fit sein möchten, dann machen Sie zum Beispiel drei verschiedene Sportarten, richtig? Wenn Sie also abnehmen möchten, dann befolgen Sie am besten drei Diäten gleichzeitig. Das hat den Vorteil, dass Sie immer gut satt werden. 😉
Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Nummer 153 – «Stoff-Frequenzen» wieder dabei zu haben.
Bis bald!
Ihr Bernhard Heim
Schlaf- und Wohnberater und Rhonchopatheur
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