«Alles Leben folgt Zyklen»

 

Ken­nen Sie das Zitat im Titel? Wis­sen Sie, von wem es ist?

Es wird Johbern Wolfhard von Heim zugeschrieben, einem Luzern­er Schrift­steller des frühen 15. Jahrhun­derts, der es als einziger Inner­schweiz­er  mit einem sein­er Texte in die berühmte Diebold Schilling Chronik von 1480 schaffte.

«Wie viel Blödsinn kann man eigentlich in einen einzi­gen Satz pack­en?», hat mich let­zthin eine unser­er Töchter gefragt.

«Viel!», habe ich geant­wortet und es Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, im vorheri­gen Satz bewiesen.

Das Zitat wird tat­säch­lich nie­man­dem zugeschrieben, also dürfte ich es für mich in Anspruch nehmen 😊. Auch wenn kein berühmter Men­sch diesen Ausspruch gemacht hat, ist er gle­ich­wohl wahr.

Ich ers­pare Ihnen Zyklen wie Satya Yuga, Tre­ta Yuga, Dva­para Yuga oder Kali Yuga aus dem hin­duis­tis­chen Zeit­sys­tem, weil diese Zyklen mehrere Hun­dert­tausend oder gar Mil­lio­nen von Jahren dauern. Das sprengt Tante Emmas und Onkel Huberts Vorstellungsvermögen.

Vielle­icht haben Sie aber schon von den 11 Jahre dauern­den Son­nen­zyklen gehört? Ein Son­nen­zyk­lus ist der Zeitraum zwis­chen zwei Max­i­ma der Son­nenak­tiv­ität. Die wieder­holen sich eben­so regelmäs­sig wie Tag und Nacht oder Ebbe und Flut. Aktuell ste­hen wir im Zyk­lus 25, der im Dezem­ber 2019 begonnen hat. Das näch­ste Max­i­mum wird für 2025–2026 erwartet, wir steck­en also mit­ten­drin. Laut Forsch­ern wird dieses inten­siv­er und mit noch mehr Son­nenak­tiv­ität ver­laufen als erwartet.

Keine Angst, das war’s auch schon mit dem Aus­flug in die Wis­senschaft. Weit­ere bekan­nte Zyklen sind jen­er des Monds, der Jahres­lauf mit seinen Jahreszeit­en oder der weib­liche Zyk­lus, der mehr oder weniger deck­ungs­gle­ich mit dem Mondzyk­lus verläuft.

Und der Schlafzyklus.

Schlafen im Wissen um die Schlafzyklen

Wahrschein­lich haben Sie schon von den unter­schiedlichen Schlaf­phasen gehört oder im HEIMisch-Blog gele­sen, aber wis­sen Sie auch, wie lange ein Schlafzyk­lus dauert?

1.5 Stun­den. In diesen 90 Minuten durch­läuft man alle Schlaf­phasen, bis ein neuer Zyk­lus beginnt.

Stu­di­en haben gezeigt, dass für Her­rn und Frau Durch­schnittss­chweiz­er 7.5 Stun­den – oder 5 voll­ständi­ge Zyklen – opti­mal sind. Wenn Sie es ein­richt­en kön­nen, sor­gen Sie dafür, dass Ihre Schlaf­dauer immer ziem­lich genau einem Mehrfachen von anderthalb Stun­den entspricht, also 4.5 / 6 / 7.5 oder 9 Stun­den. Das Aufwachen ist viel ein­fach­er, wenn der Weck­er an einem Zyk­lusende klin­gelt, und Sie brauchen weniger Kaf­fee, um auf Touren zu kommen.

Zyklen-aller-Art_HEIMisch-#137_Schlafende Frau

Genug Schlaf ist Gesundheitsvorsorge

Ins­beson­dere in der Arbeitswelt brüstet man sich gerne damit, wenig Schlaf zu benöti­gen. Wer viel schläft und sog­ar noch öffentlich dazu ste­ht, gilt schnell als Weichei. Dabei ist dieser Men­sch – nüchtern betra­chtet – bloss intel­li­gent. Und vor­sichtig. Aus Unter­suchun­gen weiss man, dass die Reak­tion­szeit im Strassen­verkehr, bei nur 4 Stun­den Schlaf, ver­gle­ich­bar ist mit 0.8 Promille Alko­hol im Blut. Dann bin ich lieber ein Weichei.

Schlaf­man­gel kann eine gewisse Zeit lang gut gehen, weil Kör­p­er und Geist kom­pen­sieren kön­nen, aber chro­nis­ch­er Schlaf­man­gel ist eine der Haup­tur­sachen für viele Herz-Kreis­lauf- und Gefässerkrankun­gen. Heute ist die Medi­zin so weit, dass sie chro­nis­chen Schlaf­man­gel als unab­hängi­gen Risiko­fak­tor ein­stuft, ver­gle­ich­bar mit Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht. Ja, meine lieben Damen und Her­ren, chro­nis­ch­er Schlaf­man­gel ist so unge­sund wie Rauchen.

Sta­tis­tisch gese­hen gibt es nur 1–2 % der Men­schen, die dauer­haft – und ohne bleibende Schä­den – mit weniger als 6 Stun­den Schlaf pro Nacht durch die Woche kom­men. Alle anderen betreiben Raub­bau und erhal­ten irgend­wann die Quittung.

«Amen», würde Onkel Hubert sagen, «genug gepredigt, Pater Bernhard!»

Natür­lich hat der gute Hubert Recht. Ich will hier nicht den Besser­wiss­er und Morala­pos­tel spie­len, auch nicht mit erhoben­em Zeigefin­ger durch die Welt ren­nen, aber gewisse Dinge finde ich so ele­men­tar wichtig, dass ich dieses Wis­sen gerne teile.

Ich kann es nicht genug oft wieder­holen, dass es sich lohnt, zwis­chen­durch ein paar Gedanken an die eigene Schlafqual­ität und ‑quan­tität zu «ver­schwen­den». Sehr gerne unter­stütze ich Sie dabei.

 

 

Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen beim The­ma «Auf‑, Ab‑, Um‑, Ein- oder Ent­laden» wieder dabei zu haben.

 

 

Bis bald!

 

Ihr Bern­hard Heim

Schlaf- und Wohn­ber­ater und Schlafzykliker

 

 

Möcht­en Sie den HEIMisch-Blog auch in Zukun­ft erhalten?

Abon­nieren Sie ganz ein­fach meinen Blog und Sie erhal­ten ihn zwei­wöchentlich bequem ins elek­tro­n­is­che Post­fach geliefert.

Hinterlassen Sie einen Kommentar