Nasenatmung #161
Mehr Nase – weniger Schnarch – mehr Erholung
«Wenn du nicht sofort etwas machst, kannst du heute Abend alleine essen gehen! So komme ich nicht mit!» Tante Emma ist der friedlichste Mensch auf Erden, aber sie kann Onkel Hubert wenn nötig den Tarif durchgeben.
«Wieso? Was meinst du?», fragt er irritiert.
«Ich habe es dir schon tausendmal gesagt, dass du dir die Nasenhaare schneiden sollst! Die sind so lange, da könnte man Zöpfe flechten!»
«Ach was, so schlimm ist es auch wieder nicht», antwortet er und streicht sich wie zufällig über die Nase.
«Oh doch!» Emma baut sich mit eingestemmten Händen vor ihm auf.
«Und überhaupt», gibt er trotzig zurück, «Nasenhaare sind ein natürlicher Luftfilter. Sie halten Staubpartikel, Pollen und sogar Krankheitserreger von der Lunge fern, das haben sie letztens im Fernsehen gesagt!»
«Richtig. Aber dieser Luftfilter sollte IN der Nase sein und nicht als Vorhang draussen hängen! Das sage ICH dir!» Emma dreht sich um, und während sie davonstapft, ruft sie über die Schulter zurück: «Und wenn du keinen solch dichten Pelz in und vor der Nase hättest, könntest du vielleicht nachts besser durch die Nase atmen – und würdest weniger schnarchen, du Nasenbär!»
Es knallt laut, als die Tür hinter ihr zufällt.
Hubert bleibt, wo er ist und wartet, ob seine Emmi vielleicht zurückkommt. Fehlanzeige. Nach einigen Minuten schleicht er ins Badezimmer und schaut in den Spiegel …
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Liebe HEIMisch-Blog-Leserinnen und ‑Leser, ob Emma und Hubert sich versöhnt haben und am Abend ausgegangen sind, überlasse ich Ihrer Fantasie, aber sie haben mit ihrer Auseinandersetzung den Steilpass für unser heutiges Thema zugespielt. Im Blogbeitrag #152 haben Sie über Schnarchen respektive die Rhonchopathie gelesen, heute gehen wir einen Schritt weiter und betrachten die Nasenatmung.
Nasenatmung für tieferen und erholsameren Schlaf
Hubert hat tatsächlich recht mit der Aussage, dass die Nasenhaare eine wichtige Filterfunktion wahrnehmen. Die Aussage, dass man mit kürzeren Nasenhaaren weniger schnarchen würde, gilt jedoch höchstens für Nasenbären – aber das ist auch bloss ein Gerücht😉 Mit der Nasenatmung wird die Einatmungsluft gereinigt, vorgewärmt und angefeuchtet, und der Parasympathikus (unser «Ruhenerv») angeregt. Wir profitieren insgesamt von einem ruhigeren Herzschlag und erholsameren Schlaf.
Die Mundatmung hingegen kann die Atemwege zusätzlich verengen und das Gewebe im Rachen eher zum Vibrieren bringen. Dadurch kann Schnarchen gefördert werden und sich auch eine Schlafapnoe (Atemaussetzer) verschlimmern.
Hilfsmittel für die Nasenatmung
Manche Leute würden gerne durch die Nase atmen, aber sie ist oft zu. Was dann? Milde Nasenduschen – zum Beispiel mit Meerwassersprays – oder Nasenpflaster, welche die Flügel sanft weiten, können in diesem Fall helfen. Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Trockene Luft kann die Nasenschleimhaut austrocknen und zähes Sekret sowie Krustenbildung begünstigen.
Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Für einen tiefen, gesunden Schlaf ist die ruhige Nasenatmung die erste Wahl. Sie aktiviert den Parasympathikus und unterstützt, dass Sie besser entspannen und regenerieren können. Das lässt sich übrigens auch trainieren!
Zum Schluss noch der ultimative Anti-Schnarch-Tipp: Gönnen Sie sich kuschelweiche Bettwäsche, in der Sie so tief schlafen, dass Sie vergessen zu schnarchen 😊
Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Nummer 162 – «Spieglein, Spieglein an der Wand» – wieder dabei zu haben.
Bis bald!
Ihr Bernhard Heim
Schlaf- und Wohnberater und Teilzeit-Nasenatmer
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