Die Arve/Zirbe

Die Arve - (Pinus cembra, Ziebelkiefer) „Königin der Alpen“ - ist eine Spezialistin unter den Bäumen. Die Zirbe, wie sie in Österreich und Deutschland auch genannt wird, wächst im Gebirge auf sehr sauren Böden bis in Höhen von 2400 Meter und ist unglaublich robust. Selbst Jungbäume, im Winter von dicken Schneemassen gebeugt, richten sich im Frühjahr wieder auf. Ältere Bäume dienen als Lawinenschutz. Oftmals werden sie abgebrochen und treiben danach frisch aus. Zirben können bis 1000 Jahre alt werden. Die extremen Lebensbedingungen des Hochgebirges bringen ein ganz besonderes Holz mit vielen duftenden ätherischen Ölen hervor.

Aussehen

Der Baum wächst im rauen Gebirgsklima sehr langsam und wird bei einem Durchmesser von 40 Zentimeter bis zu 20 Meter hoch. Die Rinde des Stammes zeigt sich in der Jugend glatt und silbergrau, im Alter dann graubraun und tiefrissig. Die zahlreichen starken Äste haben geringe Abstände zueinander. Aus diesem Grund ist die Krone der Arve bei alten Bäumen unregelmäßig. Die derben Nadeln, zu fünft sitzend, sind vier bis acht cm lang, dreikantig und unten bläulich. Die kugeligen, oft eiförmigen Zapfen benötigen drei Jahre bis zur Reife. Die Samen (Arvennüsschen) sind essbar.
Das Holz ist glänzend, im Splint gelblich-weiss. Der hellrötliche Kern dunkelt in der Luft stark nach. Besonders charakteristisch sind die zahlreichen eingewachsenen roten bis rotbraunen Äste. Die Jahrringe sind ziemlich eng, die Harzkanäle dagegen groß und zahlreich.

Eigenschaften und Verwendung

Das fein riechende Holz ist harzreich, ziemlich leicht, feinfaserig und gleichmässig weich. Es lässt sich gut bearbeiten, leicht spalten, sowie sehr gut schnitzen und drehen. Zudem trocknet es leicht, schwindet wenig und ist sehr dauerhaft. Für Schnitzarbeiten, Holzverkleidungen im Innenraum und für Möbel ist die Arve besonders gut geeignet. Durch die enthaltenen ätherischen Öle wirkt das Holz antibakteriell und schützt gegen Mottenbefall. Das ist der Grund, warum es früher mit Vorliebe für Kleiderkästen und Vorratsbehälter verwendet wurde. Die traditionellen „Bündnerstuben“ verbreiten auch heute noch eine besonders heimelige und gemütliche Atmosphäre. Der anfängliche helle Farbton des Holzes dunkelt mit der Zeit deutlich nach.
Dem Arvenholz wurde schon vor langer Zeit besondere Fähigkeiten nachgesagt. „Im Zirbenbett schläft sich‘s besser“ ist eine davon. Die Studie des Joanneum Research Instituts (Weiz, Österreich) aus dem Jahre 2003 hat ergeben, dass Arvenholz einen positiven Einfluss auf den Schlaf wie auch auf das vegetative Nervensystem hat. Unter anderem wird die Herzfrequenz im Umfeld des Arvenholzes reduziert. Damit diese Wirkung unbeeinflusst und erhalten bleibt, soll das wertvolle Holz ausser fein geschliffen nicht weiter behandelt werden.
Der Tannenhäher ist ein typischer Bewohner von Arvenwälder. Im Herbst klaubt er die Arvennüsse aus den Zapfen und transportiert sie in seine Vorratsverstecke. Da er nicht alle Samen wiederfindet ist er somit der hauptsächliche Garant für den Fortbestand der Bergwälder.

Brauchtum

Die Arve hat einen festen Platz in den regionalen Bräuchen des Alpenraums. Bei den „Tschäggättä“ handelt es sich um Fastnachtsfiguren aus dem Lötschental. Die Masken die sie tragen sind aus Arvenholz, Schaf- oder Ziegenfelle sowie Kuhschellen (Glocken). Sie treten jeweils zwischen dem 3. Februar (Tag nach Maria Lichtmess) und dem Güdisdienstag, dem Tag vor Aschermittwoch auf. Traditionsbedingt setzen sie den Frauen und Kindern nach und reiben diese mit Schnee ein. Im österreichischen Fiss wird das „Blockziehen“ zelebriert. Zu diesem Anlass wird an der Fasnacht ein 35 Meter langer Zirbenstamm mit Tanz und lautem Getöse durch den Ort gezogen um den Winter zu vertreiben. Anschliessend traf man sich gerne auch auf ein Gläschen Zirbengeist in einer der gemütlichen Zirbenholzecken der traditionellen Bauernstuben.

Seelische Botschaft

Ich bin dort zu Hause, wo sich die wenigsten hin trauen. Ich habe weder Angst vor der Dunkelheit noch vor den Abgründen der Seele. Mit dem Destruktiven und Schmerzhaften kann ich genauso umgehen wie mit dem Harmonischen. Alles gehört zum Leben und bekommt gleichermassen meine volle Wertschätzung. Lass mich durch schwierige Zeiten dein Begleiter sein. Mit meiner Hilfe kannst du grosse Herausforderungen leicht bewältigen. Ich bin bei dir wenn du Angst hast, wütend oder traurig bist. Ich schrecke mich nicht, wenn du Gott und die Welt verfluchst. Jeder kennt Zeiten wo alles sinnlos scheint. Ich stehe dir bei, bis der Impuls zum Weitergehen in dir erwacht.

Halte durch, du schaffst es!

Textquelle:
(c) Bäume für die Seele, Ueberreuter Sachbuch Verlag
Nutzhölzer von Hans Schafflützel
Baumheilkunde von René A. Strassmann

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